
Auf Einladung von Bundesforschungsministerin Annette Schavan und des israelischen Ministers für Wissenschaft und Technologie, Daniel Hershkowitz, fand vom 27. bis 29. Juni 2011 das erste deutsch-israelische Forum zur Forschungskooperation in Aachen statt. Teilnehmer aus Wissenschaft, Forschung, Politik und Gesellschaft diskutierten über Perspektiven der deutsch-israelischen Kooperation in Forschung und Technologie. Ziel war es, der Zusammenarbeit neue Impulse zu geben und damit die Kooperation zwischen dem Bundesministerium für Bildung und Forschung und dem Ministerium für Wissenschaft und Technologie zu stärken.
Zuvor hatte Bundesministerin Annette Schavan am 15. Juni 2011 in Tel Aviv ein neues deutsch-israelisches "Minerva- Zentrum" eröffnet. Die Programme der Anfang der 60er Jahre gegründeten Minerva-Stiftung sind eine wichtige Säule der deutsch-israelischen Zusammenarbeit. Am 19. Juni unterzeichnete die Forschungsministerin gemeinsam mit ihrem Amtskollegen Shalom Simhon ein Regierungsabkommen zur Zusammenarbeit in industriegeführter Forschung und Entwicklung sowie in der beruflichen Aus- und Weiterbildung. Es soll die Kooperation zwischen dem Bundesministerium für Bildung und Forschung und dem Ministerium für Industrie, Handel und Arbeit stärken.
Neue Themen der Zusammenarbeit sind dabei Medizintechnik in der regenerativen Medizin, IT-Sicherheit und Softwaresysteme, sowie die Materialforschung für nachhaltiges Wassermanagement. Weitere Stationen waren der Besuch der "Ben Gurion University of the Negev", an der deutsche, israelische und palästinensische Wissenschaftler in Projekten zusammenarbeiten, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert werden. Die Bundesministerin sprach außerdem mit Mitarbeitern und Stipendiaten des "Stiftungsfonds Martin-Buber-Gesellschaft der Forschungsstipendiaten in den Geistes-, Kultur und Sozialwissenschaften". Die Stiftung gibt zehn herausragenden Nachwuchswissenschaftlern - fünf aus Deutschland, fünf aus Israel - die Möglichkeit, auf dem Campus der Hebräischen Universität Jerusalem zu forschen. Zum Abschluss der Reise wurde Schavan in Jerusalem die Ehrendoktorwürde der Hebräischen Universität Jerusalem verliehen - in Anerkennung ihrer Leistungen für die deutsch-israelische Zusammenarbeit in Forschung und Bildung.
Bundeskanzlerin Merkel und Bundesministerin Schavan auf einem Empfang in Israel. Eckpfeiler der Zusammenarbeit sind die Minerva Stiftung, die interministerielle Forschungskooperation zwischen dem BMBF und den israelischen Ministerien für Wissenschaft und Technologie (MOST) und für Industrie, Handel und Arbeit (MOITAL), die Deutsch-Israelische Stiftung für wissenschaftliche Forschung und Entwicklung (GIF) und die Deutsch-Israelische Projektkooperation (DIP) sowie der Stiftungsfonds Martin-Buber-Gesellschaft.
Die Minerva Stiftung Gesellschaft für die Forschung mbH besteht seit mehr als 40 Jahren und markiert den Beginn der wissenschaftlichen Zusammenarbeit mit Israel. Seit 1973 hat die interministerielle Kooperation Forschungseinrichtungen beider Länder in mehr als 700 Projekten im Rahmen von Fachprogrammen des BMBF, des MOST und des MOITAL gefördert. Weiteres Kernstück der Zusammenarbeit ist die 1986 gegründete Deutsch-Israelische Stiftung für wissenschaftliche Forschung und Entwicklung (GIF). Im Rahmen der Deutsch-Israelischen Projektkooperation (DIP) unterstützt BMBF seit 1997 disziplinübergreifende größere deutsch-israelische Projekte. Der Stiftungsfonds Martin-Buber-Gesellschaft der Forschungsstipendiaten in den Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften wurde Ende 2009 gegründet. Erste Stipendiaten haben im September 2010 ihre Arbeit an der Hebräischen Universität Jerusalem aufgenommen.
Auch um den Friedensprozess im Nahen Osten zu fördern, beteiligt sich BMBF an multilateralen Kooperationsprojekten mit Israel und seinen arabischen Nachbarn, vorwiegend in den Bereichen Meeresforschung und Umwelt- und Wassertechnologien.
Die Minerva Stiftung fördert die Zusammenarbeit mit Israel im Rahmen mehrerer Programme: den Minerva-Zentren an israelischen Universitäten und Forschungseinrichtungen, der Vergabe von Stipendien an Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler und der Förderung von Projekten am Weizmann-Institute of Science in Rehovot. Ferner fördert sie Forschungssymposien und Minerva-Schools. Die Minerva Stiftung administriert den ARCHES-Preis, den das BMBF seit 2008 jährlich vergibt. Ende 2008 rief Bundesministerin Schavan anlässlich des Deutsch-Israelischen Wissenschaftsjahres das Minerva Humanities Center an der Tel Aviv Universität ins Leben, das aus einer israelweiten Ausschreibung als Gewinner hervorgegangen war.
Bundesministerin Schavan bei der Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung. Bei der interministeriellen Kooperation zwischen dem BMBF und dem Ministry of Science and Technology bzw. dem Ministry of Industry, Trade and Labor liegen heute die Schwerpunkte in naturwissenschaftlichen-technischen Bereichen, wie in den Meeres- und Geowissenschaften, der Biotechnologie, der Umweltforschung, der Material- und Nanoforschung, den Optischen Technologien, der Informations- und Kommunikationstechnologie, der Krebsforschung sowie den Wassertechnologien. Als neuer Bereich wurde in 2009 die zivile Sicherheitsforschung in die Zusammenarbeit aufgenommen. Die Förderung deutsch-israelischer Verbundprojekte von Wissenschaft und Wirtschaft setzt seit einigen Jahren einen Akzent auf anwendungsorientierte industrienahe Forschung.
GIF fördert Spitzenforschung in praktisch sämtlichen Wissenschaftsdisziplinen mit jährlich wechselnden Schwerpunktdisziplinen. Darüber hinaus hat die Stiftung im Jahr 2000 ein Sonderprogramm für Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler (Young Scientists Program) ins Leben gerufen. Gestützt auf eine positive Evaluierung von 2001 haben seit 2005 beide Ministerien das Stiftungskapital jeweils um 25 Mio. € erhöht, so dass das Stiftungskapital aktuell 211 Mio. € beträgt.
DIP richtet sich in erster Linie an Wissenschaftlerteams, die gemeinsam in innovativen Bereichen zusammenarbeiten. Schwerpunkte liegen in der Physik, den Lebenswissenschaften und der Chemie. Das Antragsverfahren ist zweistufig und wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) betreut. Antragsberechtigt sind ausschließlich die sechs israelischen Universitäten und das Weizmann Institut. Je zwei Vorschläge für gemeinsame Forschungsprojekte können zu einem jährlichen Ausschreibungstermin (31. März) eingereicht werden. Kooperationspartner auf deutscher Seite können Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sein, die im deutschen Wissenschaftssystem tätig sind. Pro Jahr werden drei bis vier Projekte zur Förderung ausgewählt.
Der Stiftungsfonds Martin-Buber-Gesellschaft der Forschungsstipendiaten in den Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften (kurz: Stiftungsfonds Martin-Buber-Gesellschaft) wurde 2009 gegründet. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat für diese Stiftung bürgerlichen Rechts 20 Mio. Euro zur Verfügung gestellt. Ziel der Stiftung ist es, den interdisziplinären und interkulturellen akademischen Dialog zwischen herausragenden jungen Geisteswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern aus Deutschland und Israel aus allen Fachbereichen der Geistes- und Sozialwissenschaften (ausgenommen Jura und Wirtschaftswissenschaften) zu fördern. Mit Beginn des Akademischen Jahres 2010/ 2011 nahmen die ersten deutschen und israelischen Stipendiaten ihre Forschungstätigkeit an der Hebräischen Universität Jerusalem auf.
Das Deutsch-Israelische Programm zur Zusammenarbeit in der Berufsbildung hat die Weiterentwicklung der Berufsbildung in beiden Ländern zum Ziel. Seit mehr als 40 Jahren ermöglicht das Programm Berufsbildungsexperten aus beiden Ländern, Erfahrungen auszutauschen sowie innovative Ansätze auszuarbeiten und in der Praxis zu erproben. Gemeinsam entwickelte Lehrmaterialien für die Ausbildung u.a. in der Kfz- und IT-Branche sowie in der Mikrosystemtechnik finden in beiden Ländern Anwendung. Damit gelingt es, in der Berufsbildung auf neue technologische, wirtschaftliche und demografische Herausforderungen zu reagieren. Die Ergebnisplattform des Programms macht die Produkte der Kooperation unter www.inwent.org/israel zugänglich.
Das BMBF vergibt den ARCHES-Preis jährlich wechselnd in den Natur- und Ingenieurswissenschaften, den Lebenswissenschaften sowie den Geistes- und Kulturwissenschaften an deutsch-israelische Nachwuchswissenschaftlerteams. Er ist mit 400.000 Euro dotiert; jedes Team erhält 200.000 Euro. Die Betreuung des Ausschreibungs- und Auswahlverfahrens erfolgt durch die Minerva Stiftung GmbH.
Erstmals vergeben wurde der Preis anlässlich des Deutsch-Israelischen Jahres der Wissenschaft und Technologie im November 2008. Ausgezeichnet wurde ein junges geisteswissenschaftliches Team für sein Projekt "West Iranian Dialectology and Early New Persian: The Linguistic Situation in Iran during the 8th-11th Centuries".
Im Jahr 2009 wurde der ARCHES-Preis im Bereich "Lebenswissenschaften" ausgeschrieben. Ausgezeichnet wurden zwei deutsch-israelische Forscherteams aus den Bio- und Medizinwissenschaften: Dr. Stephan Grill und Dr. Ohad Medalia erhielten den Preis für ihre Arbeit zur Zellforschung, Dr. Rotem Karni und Prof. Lars Zender für ihre Arbeiten im Bereich der Krebsforschung.
Das Jahr 2008 wurde von Bundesministerin Schavan und ihrem israelischen Amtskollegen Galeb Majadle zum "Deutsch-Israelischen Jahr der Wissenschaft und Technologie" erklärt und am 8. April in Berlin feierlich eröffnet. Ziel des Wissenschaftsjahres war es, die Vielfalt und Exzellenz der bilateralen Wissenschaftskooperation sichtbar zu machen und dem Forschungsstandort Deutschland in Israel eine Öffentlichkeit zu geben. Das besondere Augenmerk lag dabei auf der Zusammenarbeit von Nachwuchswissenschaftlern beider Länder. Das Wissenschaftsjahr hat neue Impulse gegeben, u.a. wurde ein Akzent auf anwendungsorientierte Forschungs- und Entwicklungskooperationen gesetzt und die Geistes- und Sozialwissenschaften gestärkt. Ein Meilenstein auf diesem Weg war die Einrichtung eines Minerva-Zentrums für Geistes- und Sozialwissenschaften. Weitere inhaltliche Schwerpunkte des Jahres waren Medizinwissenschaften sowie Sicherheits- und Umweltforschung. Um junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Rahmen der deutsch-israelischen Zusammenarbeit weiter zu fördern und ihre Perspektiven zu verbessern, hat das BMBF 2008 mit dem ARCHES-Preis ein Nachwuchswissenschaftlerpreis ausgelobt, der nun jährlich verliehen werden wird.
Es existieren zahlreiche Aktivitäten der deutschen Förder- und Mittlerorganisationen mit Israel. Im Folgenden werden die nur die wichtigsten genannt. Weitere Informationen hierzu sind auf der vom BMBF geförderten Informationsplattform www.kooperation-international.de zu finden.
Der DAAD hat 1960 das erste Jahresstipendium an einen Israeli vergeben. Seitdem ist der DAAD zu einem der wichtigsten Förderer des Austauschs von Studierenden und Nachwuchswissenschaftlern zwischen beiden Ländern geworden. Das Stipendienangebot für Israelis konzentriert sich vor allem auf Forschungsstipendien für Doktoranden und Nachwuchswissenschaftler, Forschungsaufenthalte für Wissenschaftler, Stipendien für Sommerkurse sowie, Sommersprachkurse. Außerdem werden Studienreisen, Stipendien für dt. Studierende, Graduierte und Promovierte sowie für deutsche Wissenschaftler Studienaufenthalte in Israel angeboten und Lektorate und Gastdozenturen vermittelt. Derzeit baut der DAAD ein Alumnisystem in Israel auf, um den bleibenden Kontakt zum deutschen Wissenschaftssystem zu unterstützen.
Die Alexander von Humboldt-Stiftung hat bereits zahlreichen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Israel durch die Vergabe von Humboldt-Forschungsstipendien langfristige Forschungsaufenthalte in Deutschland ermöglicht. Im Gegenzug besteht für deutsche Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler durch das Feodor Lynen-Forschungsstipendium die Möglichkeit, einen langfristigen Forschungsaufenthalt in Israel durchzuführen.
Zudem betreut die Alexander von Humboldt-Stiftung die Bert-Sakmann-Stiftung, die von dem deutschen Medizin-Nobelpreisträger eingerichtet wurde. Sie fördert eine Vorlesungsreihe des deutschen und israelischen wissenschaftlichen Nachwuchses im jeweils anderen Land.
Im Rahmen des Frontiers of Research Programms führt die Alexander von Humboldt-Stiftung seit 2009 die German-Israeli Frontiers of Humanities Symposien durch. Die interdisziplinären Tagungen für junge israelische und deutsche Geisteswissenschaftlerinnen und Geisteswissenschaftler werden in Zusammenarbeit mit der Israel Academy of Sciences and Humanities organisiert und finden einmal jährlich alternierend in Deutschland und in Israel statt.
Zur Stärkung der regionalen und fachlichen Netzwerkbildung der Humboldtianer unterstützt die Alexander von Humboldt-Stiftung Initiativen von Humboldt-Vereinigungen und einzelnen Humboldtianerinnen und Humboldtianern finanziell bei der Durchführung von sogenannten Humboldt-Kollegs. Anlässlich des "Deutsch-Israelischen Jahres der Wissenschaft und Technologie" fand im Jahr 2009 das Humboldt-Kolleg "When Sciences and Humanities meet" an der Hebrew University of Jerusalem statt. Im März 2010 wurde das Humboldt-Kolleg "Dreißig Jahre deutsch-jüdische Studien" in Beer Sheva und Jerusalem organisiert.
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert bilaterale Forschungskooperation in beachtlichem Umfang. Seit 1995 hinzugekommen ist die trilaterale Förderung unter Beteiligung von palästinensischen Wissenschaftlern. Die DFG fördert außerdem Bücherspenden und Reisekostenzuschüsse für Teilnehmer an wissenschaftlichen Konferenzen. Das Mercator-Gastprofessorenprogramm ermöglicht hochqualifizierten ausländischen Wissenschaftlern einen 3-12-monatigen Forschungsaufenthalt in Deutschland.
Im Jahre 1959 führte die erste Kontaktaufnahme zwischen Wissenschaftlern der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) und dem Weizmann-Institute of Science (WIS) zu einer bis heute andauernden engen Zusammenarbeit der beiden Institutionen. In gemeinsamen Forschungsinitiativen bilden Max-Planck-Institute (MPI) und Wissenschaftler des WIS Netzwerke und bilden gemeinsam Nachwuchswissenschaftler aus, wie z.B. in der Zusammenarbeit der "International Max Planck Research Schools" (IMPRS) und der Feinberg Graduate School am WIS.
Ebenfalls ist die MPG über ihre Institute mit den sechs Universitäten Israels verbunden, die Zusammenarbeit mit der Hebräischen Universität Jerusalem ist dabei herausragend und multidisziplinär. Die engen wissenschaftlichen Beziehungen haben auch zu europäisch geförderten gemeinsamen Projekten geführt. Die MPIs nutzen ferner sehr erfolgreich die Fördermöglichkeiten der GIF oder DIP.
Darüber hinaus ist die Max-Planck-Gesellschaft die alleinige Gesellschafterin der Minerva Stiftung GmbH.
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Welcome Address by the State Secretary at the Federal Ministry of Education and Research, Cornelia Quennet-Thielen at the opening of the exhibition Jewish Mathematics in German Speaking Academic Culture in Tel Aviv on 14 November 2011
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[URL: /pub/reden/stqtr_20111114.pdf]Grußwort der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Dr. Annette Schavan, MdB, anlässlich der Verleihung des Wissenschaftspreises der Deutschen Technion-Gesellschaft am 9. Mai 2006 in Berlin.
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[URL: /pub/reden/mr_20060509.pdf]
Science and Technology, Education and Research
2011, 72 Seiten
Bestell-Nr.: 29989
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Zusammenarbeit in Wissenschaft, Technik und Bildung - 4. überarbeitete Auflage -
2008, 72 Seiten
Bestell-Nr.: 29986
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in Science, Technology and Industrial R&D MOITAL - BMBF - MOST
2005,
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